Wer einen Onlineshop startet oder einen bestehenden ablösen will, steht vor einer Auswahl, die auf den ersten Blick einfach aussieht und sich bei näherer Betrachtung als strategische Entscheidung entpuppt. Magento 2, Sylius, Shopware und Shopify sind die vier Systeme, mit denen wir bei Bytes Commerce in den letzten Jahren am häufigsten konfrontiert waren - mal als Bestand, mal als Migrationsziel, mal als Empfehlung für Gründer. Wir haben über die Jahre in unserer gesamten Laufbahn Shops betreut, die zusammen mehr als 1,5 Mrd. USD Brutto-Umsatz bewegt haben. Vier Systeme, viermal dieselbe Frage: was passt zu Vorhaben, Team und Budget? Diese Antwort ist ehrlich, nicht ausgewogen - manche Systeme sind für manche Vorhaben einfach die bessere Wahl, und das sollte hier auch so stehen.
Wie finden Sie heraus, was Ihr Shop wirklich braucht?
Bevor Sie ein Shopsystem auswählen, müssen Sie drei Fragen ehrlich beantworten - nicht "was wäre schön", sondern "was ist realistisch in den nächsten drei Jahren":
- Sortimentsstruktur und Produktzahl. 50 saisonale Modeartikel sind ein anderes Thema als 80.000 SKUs im technischen Großhandel mit Varianten, Bundles, Konfiguratoren und komplexen Preisregeln. Die Sortimentskomplexität entscheidet darüber, ob Sie mit einem schlanken SaaS glücklich werden oder eine headless-fähige Architektur brauchen.
- Geschäftsmodell: B2C, B2C-Marktplatz oder B2B? D2C mit Influencer-Traffic und Shopify Payments ist eine andere Liga als B2B mit individuellen Kundenpreisen, Approval-Workflows, Rahmenverträgen und SAP-Anbindung. Wer hier das Vorhaben falsch einordnet, baut zweimal.
- Technische Mannschaft. Ohne eigenes DevOps-Team ist ein selbst gehostetes Magento 2 oder Sylius innerhalb von zwei Jahren ein Sicherheitsproblem. Wer nur Marketing und Einkauf im Haus hat, sollte Shopify oder Shopware-as-a-Service wählen, nicht ein Enterprise-System mit Selbstbetrieb.
Bei Bytes Commerce starten wir genau mit diesen drei Fragen in jedem Erstgespräch, bevor wir irgendein System empfehlen. Die meisten Entscheider unterschätzen die dritte Frage - sie kaufen ein Enterprise-System und stellen dann fest, dass die eigene IT das auf Dauer nicht patchen, nicht updaten und nicht überwachen kann. Genau deshalb gehört zu jeder Systemempfehlung auch ein ehrlicher Blick auf den laufenden Betrieb: wer das nicht im Haus hat, muss es einkaufen, und das schlägt in der TCO-Rechnung genauso auf wie Lizenz und Hosting.
Welches Shopsystem für 1 bis 200 Produkte?
Wer unter 200 Produkte verkauft, ein oder zwei Sprachen braucht, keine B2B-Workflows hat und vor allem schnell live gehen will, hat drei realistische Optionen:
- Shopify. Standard-Setup in unter einer Woche, monatliche Kosten ab ca. 40 Euro (Basic-Plan) plus 2 % Transaktionsgebühr bei Shopify Payments. Riesiges App-Ökosystem für Marketing, Buchhaltung, Versand. Schwächen bei tiefen Customizations, weil Liquid (Shopifys Template-Sprache) limitiert ist.
- WooCommerce. WordPress-basiert, schlanker Einstieg ab ca. 100 Euro einmalig für Hosting plus Themes. Riesiges Plugin-Ökosystem, dafür wird die Site mit jedem zusätzlichen Plugin langsamer. Wer WordPress bereits im Haus hat und jemanden, der es pflegt, ist mit WooCommerce wirtschaftlich gut unterwegs.
- Shopware 6 (Cloud oder SaaS-Partner). Wenn Sie bereits wissen, dass Sie in den nächsten Jahren wachsen werden, ist Shopware die bessere Wahl als Shopify - das System skaliert sauber bis in den Enterprise-Bereich, ohne Migration auf ein anderes System.
WooCommerce ist die ehrliche Empfehlung, wenn das Budget bei unter 5.000 Euro Setup liegt und Sie WordPress sowieso schon nutzen. Shopify ist die ehrliche Empfehlung, wenn Sie in 30 Tagen verkaufen wollen und bereit sind, monatliche Gebühren plus Transaktionsanteile zu zahlen. Shopware lohnt sich, wenn Sie das System später nicht verlassen wollen - die Migration von Shopify auf Shopware ist aufwendig (typisch 8 bis 16 Wochen für 5.000 Produkte).
Welches Shopsystem für 200 bis 2.000 Produkte?
In dieser Spanne entscheidet sich, ob Sie langfristig in einem SaaS bleiben oder den Sprung zu einem offenen System machen. Die ehrliche Aufteilung:
- Shopify Plus ab ca. 2.300 USD/Monat - ist die richtige Wahl, wenn Sie hohe Skalierung in Marketing-Kanälen brauchen, das Shopify-Ökosystem optimal nutzen und kein eigenes Dev-Team aufbauen wollen. Shopify Plus skaliert bis ca. 10.000 Bestellungen pro Minute in Flash-Sales - das ist mehr als die meisten Mittelständler je brauchen.
- Shopware 6 (selbst gehostet) ist ab ca. 2.000 Produkten die wirtschaftlichere Wahl, weil die monatlichen Lizenzkosten einer SaaS-Plattform gegenüber einem selbst gehosteten Setup mit eigenem DevOps-Team schnell irrelevant werden. Setup-Aufwand typisch 30.000 bis 80.000 Euro, monatlicher Betrieb ca. 1.500 bis 3.000 Euro inklusive Hosting und Pflege.
- Sylius wird ab ca. 500 Produkten interessant, sobald Sie headless arbeiten wollen oder wenn Sie spezielle Produktkonfiguratoren brauchen, die Shopify Plus nicht abdeckt.
Wer in dieser Spanne zwischen Shopify Plus und Shopware 6 schwankt, sollte drei Fragen beantworten: Wie viel Prozent Ihres Umsatzes geht über die Shopify-Transaktionsgebühr (typisch 0,5 bis 2 %)? Wie viele Bestellungen pro Minute erwarten Sie an Peak-Tagen (Black Friday, Cyber Monday)? Und: wollen Sie in fünf Jahren immer noch im selben System arbeiten? Wenn die zweite Antwort "über 100 pro Minute" oder die dritte Antwort "eher nicht" lautet, ist Shopware die bessere Wahl.
Welches Shopsystem für 2.000 bis 20.000 Produkte?
Hier beginnt die Magento-und-Sylius-Zone, mit Shopware 6 als zweiter Option für DACH-lastige Konzerne. Was funktioniert, was nicht:
- Magento 2 Open Source ist das gereifteste Open-Source-Enterprise-System, mit dem größten Ökosystem an Erweiterungen (über 6.000 Module auf dem Marketplace) und der breitesten Agentur-Landschaft. Die aktuelle Version 2.4.9 wurde im Mai 2026 veröffentlicht, das Projekt wird also weiterhin aktiv gepflegt. Magento 2 ist die richtige Wahl, wenn Sie mehrere Länder, mehrere Marken, komplexe B2B-Workflows oder einen Marktplatz-Setup brauchen. TCO über drei Jahre typisch 250.000 bis 600.000 Euro, abhängig vom Eigenentwicklungsanteil.
- Sylius ist die modernere Alternative: Symfony-nativ, headless-first, deutlich schlanker in der Architektur, dafür mit kleinerem Ökosystem und weniger Drittanbieter-Extensions. Wenn Sie ein eigenes Entwicklerteam haben, das die Plattform versteht und mit Composer-Paketen statt mit Modulen arbeitet, ist Sylius oft die wirtschaftlichere Wahl bei vergleichbarem Funktionsumfang - typische TCO über drei Jahre 180.000 bis 450.000 Euro.
- Shopware 6 Enterprise ist die richtige Wahl, wenn Sie DACH-lastig arbeiten, eine deutsche Community schätzen und B2B plus B2C im selben System fahren wollen. Shopware Enterprise ist günstiger im Einstieg als Magento 2, teurer als Sylius bei vergleichbarem Funktionsumfang.
In dieser Spanne entscheidet sich auch die Personalfrage: Magento 2 finden Sie leicht Entwickler, Sylius-Entwickler sind rarer und entsprechend teurer, Shopware hat im DACH-Raum ein breites Agentur-Ökosystem. Wer in den nächsten drei Jahren aufstocken oder eine Agentur wechseln muss, sollte diesen Aspekt mit einplanen.
Welches Shopsystem für Enterprise und über 20.000 Produkte?
Ab dieser Größe sprechen wir über Magento 2 und Sylius, in seltenen Fällen über vollständige Eigenentwicklung. Shopify und Shopware stoßen hier strukturell an ihre Grenzen - nicht weil sie technisch nicht skalieren, sondern weil Workflows und Datenmodelle zu komplex werden.
- Magento 2 (Adobe Commerce) bleibt das System der Wahl für globale Enterprise-Shops mit über 50.000 SKUs, vielen Marktplätzen, komplexen Steuermodellen und individuellen ERP-Anbindungen. Adobe Commerce (die kommerzielle Variante) liefert zusätzliche B2B-Module, Cloud-Hosting auf der Adobe-Cloud und SLA-Support, ist aber lizenzkostenpflichtig (typisch sechsstellig pro Jahr). Die Open-Source-Variante ohne Lizenz ist für die meisten Enterprise-Setups nicht ausreichend, weil SLA und Support fehlen.
- Sylius Enterprise ist die ehrliche Alternative für Symfony-lastige Organisationen, die ihr eigenes Entwicklerteam aufbauen und auf Vendor-Lock-in verzichten wollen. Lizenzkosten wie bei Adobe Commerce gibt es nicht, dafür müssen Sie Hosting, Sicherheitsupdates und Module-Pflege selbst verantworten.
In dieser Größenklasse geht es nicht mehr um "welches System ist besser", sondern um "welche Architektur passt zu unserer Organisation". Magento 2 hat die breitere Agentur-Landschaft und das reifere Ökosystem, Sylius hat die modernere Code-Basis und die unabhängigere Roadmap. Wer bereits Adobe-Kunde ist (Photoshop, Acrobat, Workfront), bekommt mit Adobe Commerce ein konsistentes Lizenz-Bundle. Wer ein eigenes Entwicklerteam aufbauen will und unabhängig bleiben muss, fährt mit Sylius oft wirtschaftlicher.
Magento 2 oder Sylius - was ist der bessere Einstieg ins Enterprise?
Wir bekommen jede Woche die Frage "Magento 2 oder Sylius" - und die ehrliche Antwort hängt davon ab, was Ihr Team kann und was Ihre Roadmap sagt.
| Kriterium | Magento 2 | Sylius |
|---|---|---|
| Lizenzkosten | Open Source: 0 € · Adobe Commerce: ab ca. 50.000 €/Jahr | 0 € (Open Source, keine kommerzielle Edition) |
| Architektur | PHP 8, eigenes Modul-System, gereift seit 2008 | PHP 8 / Symfony 7, Composer-Pakete, headless-first |
| Ökosystem | > 6.000 Module auf dem Marketplace, größte Agentur-Community | Wenige hundert Module, wachsend, kleinere Community |
| B2B-Funktionen | Über Drittanbieter-Extensions, teilweise unvollständig | B2B-Reihe seit 2024 stetig wachsend, nativer Code |
| Multi-Store / Multi-Brand | Reif, Standard-Anwendungsfall für Magento 2 | Funktioniert, weniger Beispiele in der Praxis |
| Headless / API | Möglich, nicht Kern-Design | Kern-Design, GraphQL-API von Anfang an |
| Typische TCO über 3 Jahre (Enterprise) | 350.000 - 800.000 € | 200.000 - 500.000 € |
| Verfügbarkeit von Entwicklern | Groß, viele Agenturen, viele Freelancer | Klein, entsprechend teurer |
| Markt-Reife | Sehr hoch, aber Vendor-Konzentration auf Adobe | Wachsend, unabhängig von einem einzelnen Anbieter |
TCO-Richtwerte auf Basis realer Kundenprojekte 2024-2026. Jeweils Enterprise-Setups mit B2B-Workflows, 10.000-50.000 SKUs, einem Marktplatz und zwei Sprachen.
Unsere Empfehlung 2026: Wenn Sie bereits Magento-Erfahrung im Haus haben oder ein Adobe-Shopify-Stack vermeiden wollen, bleiben Sie bei Magento 2. Wenn Sie gerade ein neues Enterprise-Projekt starten und die freie Wahl haben, prüfen Sie Sylius ernsthaft - die Architektur ist zukunftssicherer und die Lizenzkosten langfristig niedriger.
Wann sind Shopify oder Shopware die bessere Wahl?
Trotz unserer Magento/Sylius-Affinität: Es gibt Situationen, in denen Shopify oder Shopware klar gewinnen. Wer die folgenden Bedingungen erfüllt, sollte nicht mit einem Enterprise-System starten:
- Time-to-Market unter 90 Tagen. Shopify lässt sich in unter einer Woche produktiv schalten, Shopware 6 in 4-8 Wochen. Magento 2 und Sylius brauchen realistisch 6-12 Monate bis zum produktiven Launch.
- Wartungsbudget unter 3.000 Euro pro Monat. Magento 2 und Sylius brauchen ein dediziertes DevOps-Team oder eine spezialisierte Agentur, die sich um Sicherheitspatches, Modul-Updates und Performance-Tuning kümmert. Wer das nicht hat, zahlt entweder fünfstellig pro Monat an eine Agentur oder bekommt nach zwei Jahren ein unsicheres System.
- Weniger als 2.000 Produkte und kein B2B. In dieser Größe ist der Funktionsvorsprung von Magento 2 oder Sylius gegenüber Shopify oder Shopware nicht groß genug, um den Mehraufwand zu rechtfertigen.
- Schwerpunkt Marketing, nicht Produktlogik. Wer mit Influencer-Traffic, TikTok-Shop und schnellen Kampagnen-Wechseln arbeitet, ist im Shopify-Ökosystem besser aufgehoben. Magento 2 ist hier spürbar träger.
Wir sehen oft den umgekehrten Fall: Unternehmen starten mit Shopify, wachsen hinein in 3.000 oder 5.000 Produkte, entdecken die ersten B2B-Anforderungen und müssen migrieren. Diese Migration kostet zwischen 80.000 und 250.000 Euro, je nach Datenmenge und Komplexität. Wer beim Start weiß, dass er in drei Jahren bei 5.000+ Produkten und B2B steht, ist mit dem direkten Sprung auf Shopware 6 oder Sylius wirtschaftlich besser unterwegs.
Was viele übersehen: Shopify ist nicht "günstig", sondern "anfangs günstig". Shopify Payments nimmt eine prozentuale Transaktionsgebühr auf jede Bestellung - typisch 2 % im Basic-Plan, 1 % im Shopify-Plan, 0,5 % im Advanced-Plan (jeweils zusätzlich zur Zahlungsprovider-Gebühr). Bei 500.000 Euro Jahresumsatz sind das im Basic-Plan bereits 10.000 Euro reine Shopify-Gebühr pro Jahr - nur für den Traffic, den Sie selbst auf die Plattform bringen. Skaliert Ihr Shop auf 3 Mio. Euro, sind es 60.000 Euro pro Jahr, mit denen Sie nichts anderes bezahlen als die Plattformgebühr. Und genau hier liegt der Unterschied zu Magento 2, Sylius und Shopware: dort zahlen Sie Prozente an Ihren Payment-Provider (Stripe, Adyen, Mollie, PAYONE, easybill-Zahlungen, je nachdem), und genau den können Sie frei wählen - jedes Quartal neu, falls ein Anbieter günstiger wird, bessere Konditionen bietet oder eine Funktion einführt, die Ihr bisheriger Provider nicht hat. Mit Shopify sind Sie an Shopify Payments gebunden und können die Plattform nicht wechseln, ohne Ihren Shop neu aufzubauen. Konkretes Rechenbeispiel am Ende des Beitrags.
Was kostet ein Shopsystem wirklich über drei Jahre?
"Open Source ist kostenlos" ist die teuerste Lüge der E-Commerce-Branche. Magento Open Source 2.4.9 kostet null Euro Lizenz, aber ein produktiver Magento-2-Shop mit 30.000 Produkten, B2B-Workflows und zwei Marktplätzen kostet im dreijährigen Total-Cost realistisch 300.000 bis 700.000 Euro. Was treibt diese Kosten?
| Kostenblock | Shopify / Shopify Plus | Shopware 6 | Magento 2 | Sylius |
|---|---|---|---|---|
| Lizenz pro Monat | 40 - 3.000 € | ab 0 (CE) / 2.000+ € (Enterprise) | 0 (OS) / ab 4.000 € (Adobe Commerce) | 0 |
| Transaktionsgebühr | 0,5 - 2 % vom Umsatz | 0 % (eigene Payment-Provider) | 0 % (eigene Payment-Provider) | 0 % (eigene Payment-Provider) |
| Hosting / Infrastruktur | im Preis enthalten | 500 - 2.000 €/Monat | 1.500 - 5.000 €/Monat | 800 - 3.000 €/Monat |
| Wartung & Sicherheit | im Preis enthalten | 800 - 2.000 €/Monat (eigene IT oder Agentur) | 2.000 - 6.000 €/Monat (eigene IT oder Agentur) | 1.500 - 4.000 €/Monat |
| Module / Erweiterungen | Apps ab 5 €/Monat pro App | 100 - 1.000 € einmalig pro Plugin | 500 - 5.000 € einmalig pro Modul | 500 - 3.000 € einmalig pro Bundle |
| Eigenanteil Entwicklung | minimal | gering | hoch | mittel-hoch |
| 3-Jahres-TCO (typisch) | 50.000 - 250.000 € | 120.000 - 350.000 € | 300.000 - 800.000 € | 200.000 - 500.000 € |
Richtwerte aus realen Kundenprojekten 2024-2026. Shopify Plus, Adobe Commerce, Shopware Enterprise jeweils mit mittelständischem Setup, inklusive Setup-Aufwand, aber ohne interne Personalkosten.
Wer Shopify mit einem typischen D2C-Shop bei 3 Mio. Euro Jahresumsatz betreibt, zahlt rund 50.000 Euro Lizenz plus etwa 30.000 Euro Transaktionsgebühr pro Jahr - das sind 240.000 Euro über drei Jahre. Wer das gleiche Sortiment auf Sylius selbst betreibt, kommt mit 200.000 Euro hin, hat aber zusätzlich ein Wartungsteam.
Konkretes Rechenbeispiel zum Shopify-Argument: Bei 1 Mio. Euro Jahresumsatz im Shopify-Advanced-Plan zahlen Sie rund 6.000 Euro Lizenz plus 5.000 Euro Shopify-Transaktionsgebühr pro Jahr, also 33.000 Euro über drei Jahre - das klingt günstig. Bei 5 Mio. Euro sind es 30.000 Euro Lizenz plus 25.000 Euro Shopify-Gebühr, also 165.000 Euro über drei Jahre. Bei 10 Mio. Euro sind es 60.000 Euro Lizenz plus 50.000 Euro Shopify-Gebühr, also 330.000 Euro - und in dieser Größenordnung sind Sie bereits über der TCO-Obergrenze von Sylius, ohne dass Sie ein eigenes DevOps-Team haben müssen. Hinzu kommt: mit Magento 2 oder Sylius können Sie Ihren Payment-Provider frei wählen und auf Adyen, Stripe oder einen DACH-spezialisierten Anbieter wie PAYONE oder Unzer wechseln, falls die Konditionen besser werden. Shopify nimmt sich diesen Hebel - Sie bleiben an Shopify Payments gebunden.
Was passiert, wenn Ihr Shop wächst - bleibt Ihr System?
Die Frage, die am Anfang niemand stellt, die aber über Erfolg oder Scheitern entscheidet: Was passiert, wenn Ihr Sortiment sich verdreifacht, wenn Sie internationalisieren, wenn Sie B2B-Kunden bedienen müssen, wenn Sie Marktplätze anbinden wollen?
Shopify skaliert technisch bis ca. 100.000 SKUs, jenseits davon wird die Datenbank-Performance spürbar zum Problem. Multi-Brand- und Multi-Region-Setups sind nur über Plus-Pakete möglich und kosten sechsstellig pro Jahr.
Shopware 6 skaliert bis ca. 50.000 SKUs problemlos, mit dediziertem Hosting auch bis 200.000. Multi-Store-Architektur ist Standard. Internationalisierung pro Sub-Shop sauber gelöst.
Magento 2 skaliert in den Millionen-SKU-Bereich, wenn Sie es richtig betreiben. Das ist seine Heimat. Multi-Brand, Multi-Region, Marktplatz-Anbindung - alles Standard, alles gereift.
Sylius skaliert ähnlich wie Magento 2, mit etwas jüngerer Reputation bei Enterprise-Setups. Wo Magento 2 mit Drittanbieter-Extensions arbeitet, ist Sylius mehr auf Eigenentwicklung ausgelegt. Wer mit Composer-Paketen statt mit Modulen arbeiten will, ist hier besser aufgehoben.
Wer mit weniger als 1.000 Produkten startet, kann in Shopify Plus hineinwachsen bis ca. 100.000 SKUs, ohne dass die Performance zum Problem wird. Wer über 100.000 SKUs gehen will, plant heute schon Magento 2 oder Sylius ein.
Was empfehlen wir nach 1,5 Mrd. USD Umsatz?
Bytes Commerce betreut seit Jahren Onlineshops im DACH-Mittelstand, und über die Zeit haben wir in der gesamten Laufbahn Shops verantwortet, die zusammen über 1,5 Mrd. USD an Brutto-Umsatz bewegt haben - von D2C-Mode über B2B-Großhandel bis zu internationalen Marktplätzen. Was wir daraus mitnehmen:
- Die Plattformwahl gehört ganz am Anfang strategisch entschieden, nicht nach dem Launch. Ein Wechsel nach 50.000 Euro Umsatz ist eine Viertelmillion-Investition, die Sie vermeiden können, wenn Sie die Skalierung von Anfang an mitdenken.
- Die TCO entscheidet, nicht die Lizenz. Open Source ist nicht "kostenlos", SaaS ist nicht "billig". Wer die dreijährige Gesamtrechnung macht, liegt meistens falsch mit seiner ersten Vermutung.
- Magento 2 und Sylius sind die richtige Wahl, wenn Sie über drei Jahre ernsthaft wachsen wollen. Shopware dazwischen, Shopify darunter. WooCommerce für ganz kleine Setups.
- Wer unsicher ist, sollte keine vorschnelle Entscheidung treffen. Ein zweiwöchiger Discovery-Workshop kostet ein paar tausend Euro und spart oft eine Fehlentscheidung im sechsstelligen Bereich.
Wie gehen wir ein Shopsystem-Projekt konkret an?
Wenn Sie uns mit einem Shopsystem-Projekt beauftragen, läuft das in fünf Phasen ab, transparent und ohne Überraschungen:
- Discovery-Workshop (2 Wochen). Sortimentsanalyse, Workflow-Audit, Performance-Anforderungen, Team-Skill-Mapping, Markt- und Wettbewerbsverständnis. Ergebnis: Empfehlungsmemo mit drei System-Optionen, TCO-Rechnung über drei Jahre und konkretem Aufbauplan.
- Systemauswahl und Architektur-Design (4 Wochen). Wenn die Empfehlung steht: technische Architektur, Hosting-Entscheidung, Integrations-Blueprint (ERP, PIM, Payment, Marktplätze), Sprint-Planung.
- Aufbau und Integration (3-9 Monate). Theme, Templates, Datenmodell, Module, Integrationen, Performance-Tuning, Sicherheits-Audit, Lasttests. Agile Sprints mit zweiwöchentlichen Reviews.
- Launch und Hypercare (4 Wochen). Produktivsetzung mit Monitoring, Rollback-Plänen, Hypercare-Team, Last-Tests unter Real-Bedingungen.
- Wartung und Weiterentwicklung (laufend). Sicherheitspatches, Modul-Updates, Performance-Monitoring, kontinuierliche Verbesserung. Typische Wartungsverträge 1.500 - 4.000 Euro pro Monat, je nach System und Umfang.
In einem unverbindlichen 60-Minuten-Erstgespräch konkretisieren wir Ihren Fall: Sortiment, Zielmärkte, Wachstumsplan, vorhandene Team-Skills, realistisches Budget. Daraus ergibt sich eine erste Empfehlung - ob Magento 2, Sylius, Shopware oder Shopify, und welche TCO Sie in den nächsten drei Jahren realistisch erwarten sollten. Kommen Sie gerne auf uns zu.
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